Sieger mit den besten Ideen im Gepäck

Sieger mit den besten Ideen im Gepäck

Mit dem Erfinderwettbewerb Ideas4Ears rief Cochlea-Implantat Hersteller MED-EL Kinder aus der ganzen Welt auf, Erfindungen einzureichen, die die Lebensqualität von Menschen mit Cochlea-Implantat bzw. Hörverlust verbessern. Im April trafen sich die acht Gewinner in der MED-EL Zentrale im österreichischen Innsbruck. Die Teilnehmer aus Brasilien, Neuseeland, Deutschland, Großbritannien und den USA beeindruckten die Jury nicht nur mit ihrer jugendlichen Wissbegierde, sondern vor allem mit ihrer interessanten und teilweise völlig neuen Herangehensweise an das Thema.

„Wir sind überrascht von dem regen Interesse an Ideas4Ears, aber noch mehr von der Qualität der eingereichten Ideen. Sie sind kreativ, innovativ und ausgeklügelt. Die Kinder dachten intensiv über die Herausforderungen nach, mit denen Menschen mit Hörverlust täglich konfrontiert sind und hatten ausgezeichnete Lösungsansätze dafür. Ich freue mich, die Gewinner hier in Innsbruck zu treffen“,sagte Geoffrey Ball, Chefentwickler bei MED-EL und Erfinder der  VIBRANT SOUNDBRIDGE bei der Veranstaltung.

Aufregende Reise: Hinter den Kulissen, Treffen mit Implantatproduzenten, Besuch im Audioversum Science Center

Die zweitägige Reise war ein einmaliges Erlebnis für die jungen Erfinder. Sie durften einen Blick hinter die Kulissen bei MED-EL werfen und Räumlichkeiten besuchen, die normalerweise nicht zugänglich sind, wie das MED-EL Trainingslabor.

Die MED-EL Cochlea-Implantatnutzer unter den Gewinnern erwartete noch ein besonderes Geschenk. Sie trafen jene Mitarbeiter, die ihre Implantate produzierten. „Jedes MED-EL Cochlea-Implantat hat eine eigene Seriennummer. Wir wissen also genau, welche Mitarbeiter ein Implantat gefertigt haben“, erläutert Ball.

Die Gruppe besuchte auch das Audioversum Science Center. Der Schreiraum und das große Innenohrmodell entpuppten sich als die Highlights in diesem interaktiven Museum.

Über die kleinen (großen) Erfinder

Alexandre, ein bilateral Cochlea-Implantat-Nutzer aus Brasilien, erarbeitete verschiedene innovative Anwendungen, die das Leben von Menschen mit Hörverlust verbessern und erleichtern sollen. Bei seinem Aufenthalt in Innsbruck traf er auch Professor Rudolf Häusler, jenen Chirurgen, der ihn vor 10 Jahren implantierte. Dr. Häusler reiste 2008 nach Brasilien, um Alexandre sein MED-EL Implantat einzusetzen.

Der junge Parker aus den USA will mit seiner Theorie seiner Mutter und seinem Bruder helfen, die beide hochgradig schwerhörig sind.  Parker möchte regenerative Zellen von Salamandern in menschliche Makrophagen einpflanzen, also in jene Zellen, die für die Reparatur und Regeneration von Gewebe zuständig sind. Wenn diese Zellen in der Nähe der Haarzellen in der Cochlea eingebracht werden, argumentiert Parker, könnte das die Gehörlosigkeit seiner Mutter und seines Bruders heilen. Langfristig möchte Parker eine Heilmethode für Hörverlust finden. Er war begeistert, in Innsbruck mit MED-EL Wissenschaftern über seine Ideen diskutieren zu können.

Die kleine Schwester von Avery, Raquel, trägt Cochlea-Implantate. Sie inspirierte ihn zur Teilnahme am Ideenwettbewerb Ideas4Ears. Ihr Implantat eröffnete Raquel die Welt des Hörens. Ihr Audioprozessor sieht jedoch an ihrem kleinen Ohr ziemlich groß aus.  Avery designte einen Audioprozessor, der winzig und für Kinder bequemer zu tragen ist – wie ein Schmuckstück. Das macht den Prozessor nicht nur angenehmer, sondern auch moderner. In Innsbruck trafen Avery und seine Schwester jene MED-EL Mitarbeiter, die Raquels Implantat gefertigt hatten. Ein sehr emotionaler Moment für die ganze Familie.

Arwen und Katharina aus Deutschland erfanden 3D-Brillen mit Untertiteln für Gehörlose.  Der gesprochene Text wird automatisch am unteren Rand der Brille eingeblendet. Die beiden hatten ihre Idee nach einem Kinobesuch, bei dem sie feststellten, dass Gehörlose nur die Bilder sehen, aber nichts vom Film hören können.

Arwen Katharina winners event

Olivia aus Neuseeland konnte ihre Reise zu MED-EL kaum mehr erwarten. Bei ihrer Erfindung, die sie MED-EL Magic nannte, handelt es sich um ein kleines Pflaster, das den Audioprozessor in der Nacht ersetzt.  Es kommuniziert mit dem Wecker, Telefon oder Rauchmelder und weckt Implantatnutzer, wenn es nötig ist.  Außerdem erfand Olivia einen Aufkleber, den man auf jeden handelsüblichen Rauchmelder kleben kann und der Menschen mit Hörverlust auf einen Brand aufmerksam macht.

Jacob aus Großbritannien erfand eine Hörbrille, die Schwerhörigen helfen soll. Die Brille erkennt Geräusche und verschriftlicht Gespräche. Jacob arbeitet bereits an Verbesserungen seiner Erfindung und ist begeistert, diese den vielen Erfindern bei MED-EL vorstellen zu dürfen.

Jacob winners event

Die 4. Klasse der  Volksschule Uttendorfbei Salzburg (Österreich) gewann mit mehreren innovativen Ideen für Schwerhörige.  Dazu zählen ein Sprech- und Schreibhandschuh, ein vibrierendes Armband, das seinen Träger vor herannahenden Autos warnt, und eine Leseuhr, die beim Läuten der Türglocke blinkt und gesprochenen Text schriftlich anzeigt.

Salzburg class

Innovation – die Grundlage für Fortschritt bei Cochlea-Implantaten

Innovationen sind unabdingbar, um das Leben von Menschen mit Hörverlust zu verbessern.  Der Ideas for Ears Erfinderwettbewerb hat dem Thema viel Aufmerksamkeit gebracht und die Nutzen von Hörtechnologien für Betroffene aufgezeigt. Die MED-EL Jury stellte erfreut fest, dass die Einsender Hörverlust nicht als Problem einzelner Personen betrachteten, sondern als ein gesellschaftliches, das man auf verschiedenen Ebenen angehen muss. Neben all den technischen und medizinischen Lösungen, die es für Hörverlust bereits gibt, sind vor allem zwischenmenschliche Beziehungen, gegenseitige Unterstützung und das soziale Umfeld wesentliche Faktoren, um trotz Hörverlust eine gute Lebensqualität zu haben. Das ist für MED-EL sehr wichtig. MED-EL wollte junge Menschen auf der ganzen Welt für das Thema Hörverlust sensibilisieren und inspirieren. Mit Ideas4Ears gelang das eindeutig.

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